Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt

Prädikat: Historisch wertvoll

Der hippologische Büchermarkt ist in diesen Wochen um eine ostpreußische Attraktion reicher geworden. Das Manuskript ist mehr oder weniger ein Zufallsfund aus dem Archiv von Dr. Wolfgang Rothe, der vor allem als Autor und Herausgeber vieler akribischer Dokumentationen seiner Heimat Ostpreußen, wie zum Beispiel über den Kreis Goldap, die Rominter Heide, seinen Geburtsort Samonienen/Tollmingkehmen oder durch den „Ortsatlas Trakehnen“ bekannt geworden ist. Er ist der jüngste Sohn des ostpreußischen Erfolgszüchters Karl Rothe vom Gut Samonienen, wo unter anderem auch die beiden Dressur-Olympiasieger Kronos und Absinth geboren wurden.

Bei dem neuen Titel „Zusammengeschraapte Peerds-Äppel“ handelt es sich um die hippologischen Aufzeichnungen von Geheimrat Prof. Dr. Walter Stoeckel (1871 – 1961), dem Großvater von Dr. Walter Rothe.

Leider ist Dr. Rothe sozusagen während der redaktionellen Arbeiten an dieser seiner letzten Herausgeberschaft 2024 im Alter von 90 Jahren gestorben. Doch die Botschaft seines Erbes wird weitergetragen von Daniela Wiemer, der Vertreterin der Kreisgemeinschaft Ebenrode (Stallupönen). Daniela Wiemer hat Dr. Rothe über viele Jahre bei den meisten seiner Publikationen redaktionell unterstützt. Deshalb war es ihr ein besonderes Anliegen, diese neue eindrucksvolle Dokumentation auch in dem opulenten Stil der bisherigen gemeinsamen Werke zur Veröffentlichung zu bringen.

Dieser historische Quellen-Fundus hinsichtlich Dokumentationen und Ergebnissen, Briefen und Kommentaren sowie unzähligen Fotos, Karten und Tabellen erscheint wie ein unerschöpfliches Füllhorn hippologischer Erinnerungen mit besonderer Betonung Ostpreußens.

Schon der Vater des Autors, Carl Moritz Stoeckel war in leitenden Funktionen unter anderem beteiligt an der Herausgabe des ersten Ostpreußischen Stutbuchs 1890 und an der Gründung der Ostpreußischen Stutbuchgesellschaft 1989. Sein Sohn Walter Stoeckel machte beruflich große Karriere als praktischer und wissenschaftlicher Gynäkologe. 1951 gab er mit 81 Jahren die Leitung und Universitäts-Frauenklinik und seinen Lehrstuhl an der Humboldt-Universität Berlin als einer der anerkanntesten Experten seiner Fachrichtung ab. Doch sein Leben lang ist er den edlen Pferden tief verbunden geblieben.

Das Buch im A 4 – Hardcover-Format hat einen Umfang von 336 Seiten und enthält drei Kapitelteile: I. Ostpreußen und seine Edelzucht (150 Seiten), II. Was ist aus der ostpreußischen Edelzucht geworden (46 Seiten) und III. Vollblutgedanken (87 Seiten). Der Untertitel lautet „Ostpreußische Erinnerungen aus dem 19. Jahrhundert und Gegenwartsgedanken aus dem 20. Jahrhundert von einem Amateur-Hippologen“. Und als einen solchen bezeichnete sich Geheimrat Prof. Stoeckel mit akademischem Understatement. Denn Stoeckel kam nicht nur aus einer der bekanntesten hippologischen Familien Ostpreußens, sondern war auch selbst im Sattel erfolgreich und vor allem ein passionierter Reiter bis ins hohe Alter. Somit war er Zeitzeuge der Entwicklung der Ostpreußischen Pferdezucht einschließlich Trakehnens und des Pferdesports  sowie des Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg einschließlich der 50er Jahre in Westdeutschland. Deshalb vermittelt dieses Buch unschätzbare Detailinformationen, die mit vielen historischen Fotos ergänzt werden.

Das Buch kann bestellt werden zum Preis von 39,90 EUR bei Daniela Wiemer (d-wiemer@t-online.de).

Lars Gehrmann

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